Rettungsdienst und Notarzt – wer kommt wann?

Profis für jede Situation

Ist jemand schwer verletzt oder hat plötzlich auftretende, schwere Krankheitssymptome, sollte man sofort die 112 wählen. Dann kommt so schnell wie möglich ein Rettungswagen, manchmal auch ein:e Notfallmediziner:in.

Wenn man den europaweit einheitlichen Notruf 112 wählt, erreicht man die Integrierte Leitstelle, auch Notrufzentrale oder Rettungsleitstelle genannt. Dort laufen Feuerwehr und Rettungsdienst zusammen. Die Polizei kontaktiert man in Deutschland unter der 110. Die Mitarbeitenden der Leitstellen sind speziell geschult und erfragen am Telefon alle wichtigen Informationen, um herauszufinden, was passiert ist und wer zum Einsatzort geschickt werden muss.

In medizinischen Notfällen, zum Beispiel nach Unfällen oder bei plötzlichen schweren Krankheitssymptomen, begleiten sie auch Ersthelfer:innen bei den Erste-Hilfe-Maßnahmen, die bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte nötig sein können. Genaueres dazu steht in unserem Artikel über die Rettungskette.

Wann kommt der Notarzt, wann der Rettungswagen?

Die Leitstelle entscheidet darüber, welche Rettungsmittel erforderlich sind. Manchmal genügt es, einen Rettungswagen (RTW) zu schicken, in anderen Fällen kommt direkt auch der diensthabende Notarzt bzw. die diensthabende Notärztin mit. Das geschieht unter anderem bei Bewusstlosigkeit, Atemstillstand, schweren Verletzungen oder Herzproblemen. Dann fährt das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) dem Rettungswagen hinterher zum Einsatzort.

Natürlich kann das NEF auch nachträglich angefordert werden, zum Beispiel dann, wenn die Besatzung des Rettungswagens feststellt, dass sich der Zustand einer Person verschlechtert oder spezielle Medikamente oder Eingriffe nötig sind, die nur von Mediziner:innen verabreicht bzw. durchgeführt werden können.

Wieso haben Notärzt:innen eigene Fahrzeuge?

Wenn man ein Martinshorn hört (und spätestens daraufhin eine Rettungsgasse bildet), sieht man häufig einen Rettungswagen und direkt dahinter ein Notarzteinsatzfahrzeug. Diese getrennte Anreise von Rettungswagen und Notfallmediziner:in nennt man Rendezvous-System. Das Verfahren gibt es in Deutschland bereits seit 1964.

Damit treffen beide gleichzeitig an der Einsatzstelle ein, aber im jeweils eigenen Fahrzeug. Das hat den Vorteil, dass der Notarzt bzw. die Notärztin direkt nach dem Einsatz, wenn die verletzte bzw. erkrankte Person vom RTW zur Klinik gebracht wird, verfügbar für Folgeeinsätze ist. Diese Flexibilität ist der Grund dafür, dass die Notfallmediziner:innen nicht einfach mit dem Rettungsdienst im RTW zum Einsatzort fahren, sondern fast immer mit dem eigenen Fahrzeug plus Fahrer:in unterwegs sind.

In der Regel sitzt ein:e Notfallsanitäter:in, ein:e Rettungsassistent:in oder ein:e Rettungssanitäter:in am Steuer (mehr über die Unterschiede zwischen den Berufsbildern steht hier). In manchen Fällen ist der Notarztzubringer gar kein PKW, sondern ein Notarztseinsatzmotorrad (NEM) oder sogar ein Notarzteinsatzhubschrauber (NEH) plus Pilot:in.

Besteht die Gefahr, dass die verletzte bzw. erkrankte Person unterwegs plötzlich ärztliche Hilfe benötigt, begleitet das Notarzteinsatzfahrzeug den Rettungswagen auf dem Weg in die Klinik. Dann kann der Notarzt bzw. die Notärztin im Ernstfall sofort zusteigen und handeln. Wenn nötig, bleiben die Notfallmediziner:innen auf der ganzen Fahrt beim Patienten bzw. der Patientin. Lässt es der Gesundheitszustand der beförderten Person zu, muss das NEF nicht mit zur Klinik fahren, sondern ist sofort wieder einsatzbereit.

Übrigens: Sobald ein Notarzt oder eine Notärztin einem Rettungswagen zusteigen, verwandelt sich dieser automatisch zum Notarztwagen. Das sieht man zwar nicht, rechtlich macht es aber einen Unterschied.

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