Rettungsgasse richtig bilden

Platz machen für Einsatzfahrzeuge

Eine Rettungsgasse kann Leben retten und wer Einsatzfahrzeugen den Weg versperrt, gefährdet damit andere. Aber wie wird eine Rettungsgasse gebildet und inwiefern unterscheidet sich das auf ein- und mehrspurigen Straßen?

Damit Fahrzeuge der Feuerwehr, der Rettungsdienst oder der Polizei am übrigen Verkehr vorbeikommen, sind alle Verkehrsteilnehmenden laut § 38 Absatz 1 StVO dazu verpflichtet, bei Blaulicht und Martinshorn unverzüglich Platz zu schaffen, also eine Rettungsgasse zu bilden. Außerorts und auf Autobahnen muss das sogar schon dann geschehen, wenn der Verkehr stockt, ohne dass ein Einsatzfahrzeug naht.

Der Grund ist klar: Würde man erst dann mit der Gassenbildung beginnen, wenn die Einsatzkräfte schon da sind, ginge zu viel Zeit verloren. In sehr ernsten Fällen mit schweren Verletzungen geht es aber manchmal um Augenblicke. So kann schon ein einziges Fahrzeug, das nicht mitmacht und den Weg versperrt, über Leben und Tod entscheiden. Aus diesem Grund müssen sich wirklich alle an die Regeln halten und bereits im Vorfeld so viel Abstand zueinander wahren, dass sie bei Staubildung problemlos zur Seite fahren können.

Wo wird eine Rettungsgasse gebildet?

Die Rettungsgasse auf einspurigen Straßen

Auf allen Straßen mit nur einer Spur ist die Regel einfach: Die Rettungsgasse wird auf der linken Seite gebildet. Dafür fahren sämtliche Fahrzeuge möglichst weit an den rechten Straßenrand. Manchmal ist es nötig, dabei teilweise auf den Rad- oder Gehweg zu fahren. Das ist dann erlaubt, aber es darf dadurch niemand gefährdet werden.

Fahrzeuge, die an roten Ampeln stehen, dürfen vorsichtig ein Stück auf die Kreuzung fahren, um herannahenden Polizei-, Feuerwehr- oder Rettungsfahrzeugen Platz zu machen. Menschen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind und eigentlich eine grüne Ampel hätten, haben dann keinen Vorrang mehr. Doch auch hier müssen KFZ-Fahrer:innen unbedingt darauf achten, keine anderen Personen in Gefahr zu bringen.

Die Rettungsgasse auf mehrspurigen Straßen

Auf Autobahnen, Schnellstraßen und auch manchen Straßen innerorts gibt es mehr als eine Spur. Dann gilt eine andere, fast genauso einfache Regel für die Bildung der Rettungsgasse: Egal wie viele Fahrstreifen eine mehrspurige Straße hat, die Rettungsgasse wird immer rechts von der linken Spur gebildet.

  • Zwei Spuren: Die Rettungsgasse wird zwischen dem linken und dem rechten Fahrstreifen gebildet.
  • Drei Spuren: Die Rettungsgasse wird zwischen dem linken und dem mittleren Fahrstreifen gebildet.
  • Vier Spuren oder mehr: Die Rettungsgasse wird zwischen dem linken und dem rechts danebenliegenden Fahrstreifen gebildet.

In allen Fällen bedeutet das, dass die Fahrzeuge auf der linken Spur möglichst weit nach links fahren müssen, die Fahrzeuge auf allen anderen Spuren möglichst weit nach rechts. Dabei ist es wichtig, dass die Autos gerade, also parallel zur Straße, stehen. Ein in die Rettungsgasse hineinragendes Heck kann diese nämlich blockieren. Auch deshalb ist ausreichend Abstand so wichtig.

Aber Achtung: Beim Bilden einer Rettungsgasse darf der Standstreifen (sofern vorhanden) nicht befahren werden, auch nicht von den Fahrzeugen auf der Spur neben ihm. Der Standstreifen muss jederzeit freibleiben, es sei denn, die Polizei ordnet das Befahren an oder die Bildung der Rettungsgasse ist ohne sein Befahren gar nicht möglich.

Welche Strafen werden sonst fällig?

Wer keine Rettungsgasse bildet, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 200 € und zwei Punkten in Flensburg rechnen (Stand 2021) – auch, wenn es zu gar keiner Behinderung von Einsatzfahrzeugen kommt. Mit Behinderung sind es 240 € Bußgeld und zu den beiden Punkten kommt ein Monat Fahrverbot hinzu, mit Gefährdung steigt das Bußgeld auf 280 €, mit Sachbeschädigung auf 320 €. Zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot gibt es auch hier obendrauf.

Übrigens: So verlockend eine freie Gasse im langen Stau auch sein mag – sie zu befahren ist nur der Polizei, der Feuerwehr, Rettungsdiensten und Hilfsfahrzeugen, etwa von Abschleppdiensten, erlaubt. Allen anderen, egal ob im Auto oder auf dem Motorrad, ist das verboten, sonst würde die Rettungsgasse ihren Zweck verlieren.

Deshalb wird für das widerrechtliche Befahren einer Rettungsgasse ebenfalls ein Bußgeld fällig. Mindestens 240 €, in manchen Fällen aber bis zu 320 € stehen im Bußgeldkatalog. Und auch hier droht der Eintrag von zwei Punkten und die Verhängung eines einmonatigen Fahrverbots.

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